Max-Planck-Institute feiern Millionenförderung vom Europäischen Forschungsrat

7. April 2017

Drei Kölner Max-Planck-Forscher erhalten in diesem Jahr die höchste persönliche Auszeichnung, welche die Europäische Union an Forscher vergeben kann. Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt mit dieser Entscheidung den Wissenschaftsstandort Köln mit zusätzlichen knapp 7,5 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre. Dieses trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung Kölns zu einem der wichtigsten deutschen Forschungsstandorte bei.

Professorin Linda Partridge, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Professor Nils-Göran Larsson, Direktor am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns und Professor Jens Brüning, Direktor am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und Koordinator des CECAD Exzellenzclusters für Alternsforschung der Universität zu Köln konnten in der jüngsten Vergaberunde den Forschungspreis einwerben. MdB Elfi Scho-Antwerpes und MdB Prof. Dr. Heribert Hirte, beide Mitglieder im gemeinsamen Kuratorium der Institute, und Dr. Bernward Garthoff, Landesclustermanager BIO.NRW, gratulierten den Wissenschaftlern bei einer Feierstunde im Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns. 

Prof. Adam Antebi, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns, beglückwünschte seine Kollegen zu dieser wichtigen Auszeichnung: „ERC-Stipendien gehören zu den wettbewerbsfähigsten und prestigeträchtigsten Auszeichnungen hier in Europa. Diese Auszeichnungen sind eine Hommage an die individuellen Fähigkeiten meiner Kollegen als Wissenschaftler und Akademiker.“

Elfi Scho-Antwerpes gratulierte den Direktoren: „Die Erkenntnisse über das Altern, die hier gewonnen werden, faszinieren mich. Ich bin glücklich über die Wertschätzung, die der Hochschulstandort inmitten der Uni-Klinik nun dank der Fördergelder durch die ERC-Advanced Grants erfährt.“

„Meine herzlichen Glückwünsche an die drei Direktoren der Max-Planck-Institute, Linda Partridge, Jens Brüning und Nils-Göran Larsson! Für ihre exzellente Arbeit erhalten diese drei Spitzenforscher verdient die höchste Auszeichnung durch den Europäischen Forschungsrat (ERC). Diese Auszeichnung ist auch eine Art internationales Gütesiegel ihrer bisherigen Forschungsleistung“, sagte Prof. Dr. Heribert Hirte.

Dr. Bernward Garthoff beglückwünschte die Direktoren: „Das Landescluster für Biotechnologie, BIO.NRW, beglückwünscht das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns und das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung zum außergewöhnlichen Erfolg, der den Forschungsstandort Köln, wie auch schon bei der BIO-Europe 2016 auszeichnet und in den Fokus setzt.“

Mehr über den Europäischen Forschungsrat:

Der Europäische Forschungsrat fördert innovative Grundlagen- und Pionierforschung. Alleiniges Auswahlkriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz. Die ERC Advanced Grants werden an führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen vergeben und ermöglichen mit einer Fördersumme von bis zu 2,5 Millionen Euro ein Projekt über fünf Jahre voran zu treiben. Die Erfolgsrate für einen Antrag liegt bei circa neun Prozent.

Mehr über die geförderten Projekte:

Professor Linda Partridge ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Mit ihrer Forschung möchte sie den natürlichen Alterungsprozess verstehen und erforschen wie sich Ernährung und nahrungsabhängige Signalwege, wie z.B. der Insulin-Signalweg, auf den Alterungsprozess auswirken.

Das neue ERC-Projekt zielt auf die Entwicklung pharmakologischer Behandlungen ab, die den Alterungsprozess im Menschen verbessern können, um auf breiter Basis ein gesünderes Altern zu ermöglichen.

Linda Partridge studierte und promovierte in Biologie an der Oxford University. Nach ihrer Zeit als Postdoktorandin an der York University wurde sie 1976 als Professorin an die Edinburgh University berufen. Seit 1994 forscht und lehrt sie am University College London und ist seit 2007 Direktorin des Institutes of Healthy Ageing. 2008 kam sie als Gründungsdirektorin an das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Den ERC Advanced Grant erhielt sie bereits in 2010 und konnte ihn in diesem Jahr wiederholen. Sie hält fünf Ehrendoktorwürden und wurde in 2009 von Königin Elisabeth II. in Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen in den Adelsstand erhoben.

Professor Nils-Göran Larsson ist Direktor am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Er befasst sich mit mitochondrialer Genetik und der Auswirkung mitochondrialer Funktionsstörungen auf Erkrankungen und das Altern.

In seinem neuen ERC-Projekt plant Larsson neue experimentelle Strategien für eine Behandlung von mitochondrialen Erkrankungen zu entwickeln. Diese können durch Mutationen in der mitochondrialen DNA ausgelöst werden. Zudem sollen neue Faktoren identifiziert werden, welche die Vervielfältigung der Mitochondrien-DNA steuern.

Nils-Göran Larsson studierte Medizin und promovierte 1992 auf dem Gebiet der mitochondrialen Genetik an der Universität Göteborg, Schweden. 1994 spezialisierte er sich in Kinder- und Jugendheilkunde. Nach seiner Zeit als Postdoktorand an der Stanford University, Kalifornien, kehrte er 1997 als Professor an das Karolinska Institut in Stockholm nach Schweden zurück. Seit 2008 forscht er als Direktor am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln. Den ERC Advanced Grant erhielt er bereits in 2010 und konnte ihn in diesem Jahr wiederholen. 2017 gehört Nils-Göran Larsson wieder, wie in den Jahren von 2006 bis 2008, dem Nobelpreis Komitee für Physiologie oder Medizin an.

Professor Jens Brüning ist Direktor am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung und wissenschaftlicher Koordinator des CECAD Exzellenzclusters für Alternsforschung der Universität zu Köln. Er erforscht, wie das Gehirn Energie- und Glukosestoffwechsels reguliert.

In seinem ERC-Projekt will sich Brüning auf die Untersuchung von zwei Nervenzellgruppen im Hypothalamus konzentrieren: die Pro-opiomelancortinhaltige Nervenzellen (POMC-Neuronen) und die AgRP- Neuronen. Diese sind Hauptregulatoren von Essverhalten, Glukosestoffwechsel und des autonomen Nervensystems und könnten potentielle Ziele für die Behandlung von Stoffwechselkrankheiten darstellen.

Jens Brüning studierte Medizin an der Universität zu Köln. Nach seinem Abschluss im Jahr 1992 arbeitete er als Postdoktorand an der Harvard Medical School und setzte anschließend seine Facharztausbildung in der Inneren Medizin am Universitätsklinikum Köln fort. Im Jahr 2003 erhielt er eine Professur am Institut für Genetik der Universität zu Köln, an dem er seit 2007 auch als Wissenschaftlicher Koordinator des Kölner Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD („Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases“) tätig ist. Prof Brüning erhielt in 2007 den prestigeträchtigen Deutschen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. 2011 wurde er Direktor des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln. Jens Brüning ist auch Direktor der Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin an der Uniklinik Köln.

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